31.08.2019 Fahrtag

Die Reise war zu Ende und nach dem Frühstück machte sich jeder auf den Weg. Wir hatten ja noch ein wenig Urlaub und so wollten wir über Frankreich gen Norden nach Deutschland zurückfahren. Leider gab es von unserem Ort aus keine direkte Verbindung, so dass wir entweder die Offroadstrecke des Vortages zurück müssten oder über Turin fahren konnten. Im Hinblick auf die bisherige Tortur für den Hund entschieden wir uns gegen die Offroad Variante und wollten auch nicht die italienischen Autobahnen nutzen. So ging es für uns zwar erst einmal in Richtung Turin, bis wir dann abbiegen konnten, um bis nach Dronero zu fahren, wo wir erst einmal ein Päuschen einlegten.

Dronero Brücke
Dronero

Als wir weiterfuhren mussten wir noch rasch tanken und gerieten an eine Tankstelle mit Service. So etwas hatten wir bei uns ewig nicht gesehen. Der freundliche Herr bekam noch ein kleines Trinkgeld und so ging es für uns weiter an den diversen Blitzern vorbei, die die Straßen säumten. Diese wurden aber oftmals sogar angekündigt, so dass man sich darauf einstellen konnte. Für die Einheimischen bedeutetet dies Vollgas bis zum Blitzer, Vollbremsung, danach wieder Vollgas. Da waren wir mit unserer gleichbleibend korrekten Geschwindigkeit eher ein Hindernis. Aber was solls. Unsere Mittagsrast legten wir dann in Pietraporzio an einem kleinen See ein und genossen unseren Kaffee und Kuchen.

Nachdem wir bereits vorher in diversen Ortschaften versucht hatten einzukaufen, jedoch immer wegen der Mittagsruhe erfolglos waren, gelang uns dies in Barcelonnette. In strömendem Regen kamen wir am Supermarkt an. Während Anja den Einkauf tätigte wandelte sich der Regen in ein schweres Gewitter und so nutzte auch ich noch rasch die Gelegenheit zum Einkauf. Einer blieb halt immer beim Hund.

Nach kurzer Fahrt erreichten wir dann den Campingplatz Camping la Chaup, wo wir das Glück hatten direkt neben einem Pavillon stehen zu können. So hatten wir eine gute Überdachung inklusive Tisch und Sitzbänken. Dies war auch nötig, denn es regnete und regnete….

Für Anja gab es dann noch frischen Kaffee und abends gönnten wir uns einen Auflauf aus dem Omnia. Verfeinert mit frischem Grillfleisch als Beilage für mich.

01.09.2019 wieder ein Fahrtag….

Der heutige Tag war als reiner Transittag geplant. Und so setzten wir den Plan in die Tat um, und befuhren die französischen Autobahnen unter Entrichtung diverser Mautgebühren bis nach Dole. Dort checkten wir beim Campingplatz ein und ließen den doch recht anstrengenden Fahrtag bei einem Abendspaziergang durch die historische Altstadt ausklingen. Die wirklich hübsch beleuchtete Kirche machte neugierig auf das Nachtleben der Stadt. Doch die Fußgängerzone war wie leergefegt. Naja, es war ja auch Sonntag. Da ist in den meisten deutschen Ortschaften ja auch nichts los.

Notre-Dame de Dole

02.09.2019 Hügel und Seen, einer davon grün

Heute wollten wir uns weiter in die Vogesen vorarbeiten. Da wir jedoch vom Vortage genug der Autobahn gesehen hatten, fuhren wir einfach die Landstraßen entlang. Beim Lac Vert machten wir halt, um eine kurze Wanderung vorzunehmen. Wir mussten uns mal wieder die Beine vertreten und dem Hund tat dies sicherlich auch mal wieder gut.

Von einem großen Parkplatz aus ging es erst einmal einen Waldweg entlang, der sich langsam empor schlängelte. Wir begegneten einem frei laufenden Hund, der so gar nicht auf das Herrchen reagierte, was diesen aber auch nicht störte. Ansonsten hatte Jule sehr viel Spaß und flitze die kleinen engen Pfade so lang die Leine mitspielte voraus. Einfach schön zu sehen, wenn das Tier so quietschfidel vorausläuft, um dann mit schief gelegten Kopf und gespitzten Öhrchen auf die lahmen Zweibeiner zu warten.

Geschafft!!!!!!

Nach anstrengendem Aufstieg ging es dann über eine offene Heidelandschaft weiter. Immer mal wieder bergauf und auch vorbei an eingezäunten Viehweiden. Gesäumt von einigen Klippen konnten wir von oben auf einen weiteren See hinabblicken. Der Lac Vert kam erst später auf der Tour. Als wir den zugigen Bergkamm wieder hinabsteigen sollten, führte der Pfad direkt über eine Kuhweide. Die stoischen Tiere waren ruhig und entspannt, so dass wir uns mit dem an kurzer Leine gehaltenen Hund an den Abstieg machten. Dieser war recht steil und führte mal serpentinenartig und mal nur mit hohen Absätzen durchzogen, die man fast springen musste, ins Tal. Kurz bevor wir unten ankamen schoss dann wieder der freilaufende Hund vom Vormittag auf uns zu. Jule drehte direkt durch. Das Herrchen vom anderen Hund war meilenweit nicht zu sehen und reagierte nicht auf unsere Rufe. Na toll. Solch ignorante Hundebesitzer lieben wir einfach.

Zu unserem Glück war der Hund nicht an uns oder Jule interessiert, so dass wir weiter stapften. Irgendwann kam uns dann das Herrchen samt weiterem Anhang entgegen. Wir gingen an einem Hofcafe entlang weiter in Richtung Rückweg und Lac Vert. Noch bevor wir den gegenüberliegenden Hang erreichten, hörten wir hinter uns das Hundegebell, viele aufgeregte Kuhglocken und einen rufenden Menschen. Dann irgendwann ein jämmerliches Jaulen. Offenbar waren die anderen Wanderer in die Kuhherde geraten. Und das mit einem freilaufenden Hund. Schade, dass einige Menschen normale und vernünftige Regeln ignorieren und mit solchem Verhalten dafür sorgen, dass immer mehr Auflagen und Verbote ausgesprochen werden müssen.

Wir kämpften uns dann den jenseitigen Hang hinauf. Es war recht anstrengend, so dass es wirklich lange dauerte, bis wir endlich zum Lac Vert kamen. Dieser war tatsächlich recht grünlich und lud nicht wirklich zum Baden ein. Wir hatten jedoch auch eher den Wunsch einen Übernachtungsplatz zu finden, bevor die Dämmerung anbrach. Also fuhren wir kurzerhand zum Camping les Jonquilles an dem See Lac de Longemer. Hier genossen wir nach dem schweißtreibenden Tag noch die Wohltat einer warmen Dusche und den Sonnenuntergang am See.

Anja konnte im Laden am Campingplatz noch einen Rotwein und ein kühles Bier ergattern. Das hatten wir uns verdient!

03.09.2019 Endlich wieder Alkohol!

Nachdem wir den Campingplatz verließen ging es erst einmal einige Serpentinenkilometer weiter, bis wir unser Fahrzeug für eine weitere Wanderung abstellten. Es ging zunächst durch ein Waldgebiet. Später sollten wir dann eine Bergkuppe erklimmen und auf der anderen Seite wieder hinunter zum Auto laufen können. So jedenfalls die Infos aus der Tourenbeschreibung. Wir begannen dann tatsächlich über breite Forstwege zu laufen. Es ging auch durch ein Waldgebiet. Den Einstiegspunkt beziehungsweise Abzweig zum „Gipfel“ fanden wir dann jedoch nicht. Also sind wir den nächstbesten Weg weitergegangen, um dann später noch einmal abkürzen zu müssen, damit wir den Pfad für den Rückweg erreichen konnten. Im Hinblick auf die immer noch sommerlichen Temperaturen war das jedoch nicht so schlimm. So kamen wir nicht völlig außer Atem am Auto an und konnten noch ein Stückchen fahren.

leider keine schmalen Pfade für die Jule 🙁

Wir fuhren dann bei über den Rhein und waren wieder zurück in Deutschland.

Doch wenn man schon in der Pfalz ist – was liegt näher, als eine gute Weinstube zu besuchen. Und so fuhren wir ein wenig auf den Zufall angewiesen eine Strecke, bei der wir durch die Ortschaft Winden kamen. Anja erspähte direkt eine Wirtschaft „Zur Hofschänke“ mit schickem Innenhof. So wie man sich das vorstellt mit einem Bewuchs aus Weinreben. Ganz in der Nähe gab es einen öffentlichen Parkplatz auf Schotter, der weit genug abseits lag, dass wir niemanden stören oder behindern konnten. Nachdem wir diese Übernachtungsmöglichkeit für uns auserkoren hatten, ging es auch schon zur Weinstube. Dort konnten wir uns an herrlichen Speisen und gutem Wein laben. Ein weiterer schöner Abend ging zu Ende.

04.09.2019 Auf zum nächsten Campingplatz – Familientreffen

Wir wollten am nächsten Morgen früh los. Da störte es nur ein wenig, dass in unmittelbarer Nähe zum Auto die ersten Hähne den neuen Tag laut krächzend begrüßten. Wir packten die Gelegenheit beim Schopfe und starteten dann noch vor Sonnenaufgang in die nächste Transitetappe. Die deutschen Autobahnen sind ohne diese Mautstationen ja recht gut befahrbar. Aber der Stresslevel, die Verkehrsdichte und das Rowdytum sind immens höher. Wir machten regelmäßig unsere Pausen, gingen mit dem Hund spazieren und kamen dann doch gegen Nachmittag in Wallenstein auf dem Campingplatz an. Hier trafen wir uns mit den Schwiegereltern und wollten noch ein paar gemeinsame Tage verbringen. Da die eigentliche Straße zum Campingplatz aufgrund von Bauarbeiten aufgerissen und kaum befahrbar war, lotste uns die Routenfunktion von Google Maps durch geschotterte Forstwege. Kein Problem für unseren Oscar, doch ob dieser Weg für Schwiegervater mit Wohnwagen auch als Ausweichstrecke in Frage kam blieb fraglich. Letztlich konnte man dann später aber die abgetragene Fahrbahn im Schrittempo bezwingen und auch das Wohnwagengespann kam gut und heil daheim an.

05.09.2019 nur mal die Beine vertreten

Neben dem Relaxen auf dem Campingplatz wollten wir noch für ein wenig Bewegung sorgen. Und so starteten wir eine Wanderung durch die Lochbachklamm. Aus dem Allgäu waren wir schwierigere Etappen gewöhnt. Doch auch so genossen wir die kleinen Wege und Brücken im Wald. Später ging es noch an Feldern und Wiesen vorbei. Ein wirklich empfehlenswerter Spaziergang.

06.09.2019 Endlich wieder Cachen

An diesem Freitag hatten wir eine Geocaching Runde als Rundweg auserkoren. Wir mussten erst ein wenig fahren, um zum Startpunkt zu gelangen. Dann ging es über hügelige Landschaften voran. Wir querten mehrfach die Bahnstrecke Hamburg München, sahen in einem Teilabschnitt immens viele Eichhörnchen, schwitzten in der offenen Landschaft und ergatterten diverse Geocaches. Das Ende der Runde wurde noch von zwei Eseln gekrönt.

07.09.2019 Ein Tag im Offroad Park

In der Nähe des Campingplatzes gab es einen Offroad Park. Böser Wolf im Knüllwald. Hier wollten wir noch einmal ein wenig mit dem Fahrzeug üben. Also rasch ein Ticket für den Park gelöst und Spaß gehabt. Der Park bot auch jede Menge Männerspielzeuge und Strecken in diversen Schwierigkeitsgraden. Die Bagger, das Panzerfahren etc. interessierten uns ja nicht so sehr. Vielmehr trauten wir uns nun erstmals alleine in einen Offroad Park. So ganz alleine war man dann aber nicht. Der offenbar doch recht beliebte Park wurde auch von vielen anderen Besuchern mit ihren Fahrzeugen frequentiert. Das Gelände ist aber so weitläufig, dass man weder im Stau steht, noch sich anderweitig behindert. Wir probierten einige Geschicklichkeitspassagen aus. Lernten noch etwas zur Kletterfähigkeit vom Fahrzeug und fuhren uns kein einziges mal fest oder machten etwas kaputt. Lediglich ein wenig äußerlicher Dreck zeugte von dem lustigen Erlebnis. So böse war der Wolf also nicht zu uns.

Nichts für normale PKW´s

Abends gab es in einem der umliegenden Dörfer (Hülsa) noch ein sensationelles Abschiedsessen im Hotel Wettlaufer mit den Schwiegereltern. Ein solch gutes Steak hatte ich wirklich lange nicht. Ich liege Anja damit immer noch in den Ohren. Und wenn wir mal wieder in der Gegend sind gehen wir da sicherlich nochmal essen. Edit: mittlerweile sind wir dort ein zweites mal gewesen. Am Himmelfahrtswochenende 2020 nach dem LandCruiser Treffen. Und es war wieder sehr lecker!

08.09.2019 Wir hassen Deutsche Autobahnen

Der Sonntag war dann leider auch das Ende unseres abwechslungsreichen und tollen Urlaubs. Alleine der Heimweg über die A7 war wieder eine Zumutung. Baustellen und Staus. Aber der nächste Urlaub kommt bestimmt. Dann hoffentlich unter Vermeidung der vielen Baustellen. Über schön verschlungene Nebenstrecken und mit hoffentlich ebenso tollen Panoramen, wie in den Alpen. Träumen kann man ja schon mal.

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